Bei der zweiten Auflage der Österreichischen Holzgespräche Anfang November in der Messe Klagenfurt stand bei etwa 150 Vertretern der Forst-, Holz- und Papierbranche verhaltener Optimismus auf der Tagesordnung. Die österreichische Sägeindustrie verzeichnete genauso wie die Papier- und Plattenindustrie durchgängig starke Rückgänge in Produktion und Absatz. Veranstalter der Holzgespräche 2009 war die Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) gemeinsam mit dem Fachverband der Holzindustrie. FHP ist eine wertschöpfungsübergreifende Kooperation, die in ihrer Form einzigartig in Europa ist. Sie umfasst die Forstwirtschaft, die Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie inklusive Holz- und Baustoffhandel sowie den Holzbau. Im Zentrum der Aktivitäten steht die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, um dem Rohstoff Holz jene Rolle zukommen zu lassen, die er verdient – nämlich führender Bau- und Werkstoff zu werden.
Innovative Produkte für mehr WertschöpfungBesonders innovativ gilt es gegenüber den konkurrierenden Baustoffen Beton und Stahl zu sein. Holz hat dabei gute Chancen, da auch die klimafreundliche und energieeffiziente Erzeugung und Verwertung von Holzprodukten zunehmend in den Fokus der Politik tritt. Unterstützt werden die Bemühungen von umfangreichen Werbe- und Marketingmaßnahmen, etwa der pro-Holz-Organisationen.
Holz in seinen vielfältigen AnwendungsbereichenInnovation gab es auch bei FHP selbst. Nach einem intensiven Reformprozess wurde eine Strategiegruppe eingesetzt, die den Vorsitzenden in seiner Arbeit unterstützen soll. Diese soll helfen, die strategischen Schwerpunkte von FHP bei der Positionierung von Holz in seinen vielfältigen Anwendungsbereichen umzusetzen. Erich Wiesner, Geschäftsführer der Firma Wiehag Holding GmbH und Vorsitzender der österreichischen Holzindustrie, bekräftigte diese gemeinsame Vision von FHP. Dazu leisten Europäische Forschungsinitiativen wie z. B. "Building with wood" einen wesentlichen Beitrag, da wichtige Themen wie Brandschutzrichtlinien, Festigkeitssortierung von Holz oder Forschung zu Anwendungen im Außenbereich auf europäischer Ebene entwickelt werden. Die Beteiligung an solchen Initiativen und die Projekte der Arbeitskreise von FHP selbst runden die Bemühungen der gesamten Wertschöpfungskette ab.
Stabilisierung der Holzmärkte 2010
Die Aussichten auf eine Erholung der Märkte für Holzprodukte im Jahr 2010 sind zwar ungewiss, mit einem leichten Wachstum sei jedoch zu rechnen, sind sich die Branchenvertreter einig. Jedenfalls wird es ein weiteres schwieriges Jahr, wobei vieles von der Erholung der globalen Bauwirtschaft abhängt. "Eine kräftige Erholung der amerikanischen Hausbauzahlen stellt dafür die Grundlage dar", analysierte Dieter Kainz von Stora Enso Timber. Die Sägeindustrie ist eng mit der Bauwirtschaft verbunden und hat als exportorientierter Wirtschaftszweig als eine der ersten Branchen unter der Wirtschaftskrise gelitten.
Als stabiler Faktor in der Krise hat sich der Sanierungssektor erwiesen, der nun bereits wieder im Wachsen begriffen ist. Für die Waldbesitzer bedeutet die unsichere Lage im kommenden Jahr eine möglichst gute Anpassung des Einschlages an die Marktbedingungen, um flexibel auf die Absatzlage reagieren zu können und einen möglichst hohen Erlös für das Rundholz zu erzielen. Auch schätzen Experten den Holzabsatz im nächsten Herbst und Winter als relativ stabil ein, der Wirtschaftsaufschwung sollte sich bis dahin bemerkbar machen. "Gemeinsame Anstrengungen sind gerade in Krisenzeiten notwendig. Ich mache daher die Errichtung der ersten McDonald‘s Filiale in Holzbauweise der gesamten Wertschöpfungskette zum Einstandsgeschenk", so der neue FHP-Vorsitzende Hans Resch in seiner Funktion als Bürgermeister der Marktgemeinde Haus im Ennstal abschließend.
LK Österreich