Am 27. Oktober 2009 fand das jährliche Laubholzgespräch zwischen Vertretern des Verbandes der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg und den Waldbesitzern, vertreten durch den Landesforstbetrieb Baden-Württemberg und die Forstkammer Baden-Württemberg statt. Die schwierigen Rahmenbedingungen, gesetzt durch die Wirtschaftskrise, waren auch diesem Treffen Hintergrund. Der Mentalität des Mittelstandes entsprechend, zeigte sich der Wille der Vertreter der Sägeindustrie der Herausforderung positiv gegenüber zu treten. In sachlicher Atmosphäre berieten Forstwirtschaft und Sägeindustrie über das richtige Agieren in der angelaufenen Laubholzsaison.
Die Vertreter des Landesforstbetriebes Baden- Württemberg stellten den Aufbau des neuen Forstbetriebes unter besonderer Berücksichtigung des Fachbereiches Holzverkauf dar. Die Zentrale des künftig für das ganze Land zuständigen Fachbereiches wird in Tübingen sein. Trotz einiger personeller Veränderungen ist Kontinuität in den Verkaufsgeschäften gewährleistet. Die Neuorganisation bedeutet keine Veränderung hinsichtlich der Zweistufigkeit des Holzverkaufes, welcher besonders im Laubholzbereich aufgrund seiner Diversität große Bedeutung hat.
Die Sägerseite berichtete von einem sehr schwierigen Marktumfeld. Man befinde sich noch mitten in der Krise und beklagte Umsatzrückgänge von 20 bis 30 %. In einzelnen Bereichen, z. B. der Parkettindustrie noch mehr. Viele Betriebe haben oder hatten Kurzarbeit angemeldet. Während besonders im Export harte Einschnitte zu beklagen waren, hatte der Inlandsmarkt eine stabilisierende Wirkung.
Die Nachfrage nach Eiche wird leicht rückgängig eingeschätzt. Hier machen sich Importe aus Osteuropa bemerkbar. Auch bei der Buche sind die Mengen rückläufig. Hier setzt sich der Trend der letzten Jahre fort, dass die hochwertige Blockware stärker unter Druck gerät, als die sich zumindest preislich einigermaßen stabil präsentierende C-Ware. Es besteht Einigkeit, dass in der C-Ware aufgrund der enormen Nachfrage der thermischen Verwendungen preislich kaum Spielraum nach unten gegeben ist. Der Eschenmarkt stellt sich differenziert dar, hier könnte der Mengenbedarf auf Vorjahresniveau liegen. Zu deutlicher Einschlagszurückhaltung wird bei Ahorn geraten. Beide Seiten sehen die Notwendigkeit, dass bei den Meistgebotsterminen wieder verstärkt auf den Wertholzcharakter der Termine geachtet werden muss.
Im Einschlagsverhalten wird dementsprechend auch die wesentliche Stellschraube zur Stabilisierung der Märkte gesehen. Wo möglich, sollen die Forstbetriebe in Hiebe mit hohen Anteilen der sehr gesuchten Sortimente für die Holzwerkstoffindustrie und thermische Verwendungen gehen. Die Vertreter der Forstwirtschaft kündigen an, diese Sortimente umfangreich bereit zu stellen. Die regional unterschiedliche, gebietsweise sehr hohe Nachfrage nach starker rotkerniger Buche soll konsequent bedient werden.
Die Sägeindustrie spricht das Problem an, dass sie bei eigener hoher Schnittholzbevorratung bei Ihren Verkäufen teilweise mit sehr langen Zahlungszielen konfrontiert wird und wünscht sich veränderte Zahlungsbedingungen für das Rundholz. Die Vertreter der Forstwirtschaft sehen hier wenig Spielraum, da die Forstbetriebe ihrerseits in einer schwierigen finanziellen Lage sind. Bei ohnehin bedenklich geringer Differenz des C-Stammholzes zu den Erlösen für thermische Verwendungen würde die Attraktivität dieses Sortiments weiter verlieren.
Zum Abschluss war man sich einig, dass der Einschlag marktangepasst erfolgen muss. Die Säger rechnen mit unter den Vorjahresmengen liegenden Einkaufsmengen. An schwachen Dimensionen besteht kaum Interesse. Durch gegenseitigen Austausch im Verlauf der Saison soll der Einschlag den Bedürfnissen angepasst werden.
VSH, Landesforstbetrieb Baden-Württemberg