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Holzmarkt-News
Verhaltene Herbstbelebung am Holzmarkt
 
Im vierten Quartal 2009 kam es bei den jüngsten Abschlüssen in Nord- und Ostdeutschland über Lieferungen von sägefähigem Nadelstammholz erwartungsgemäß zu leichten Preiserhöhungen, meldet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf ihrer Internetseite www.lwk-niedersachsen.de. Mit Steigerungen um +2 € bis 4 €/Fm fielen die Preisaufschläge aber nicht ganz so deutlich aus wie zuletzt etwa im süd- und westdeutschen Raum.
 
Bei den aktuellen Abschlüssen im Norden/Osten über sägefähiges Fichtenstammholz verständigten sich Waldbesitzer und Sägewerksunternehmen im Leitsortiment Fichte L (Langholz) 2b (Mittendurchmesser 25 – 29 cm ohne Rinde) auf B/C-Mischpreise in einem Rahmen von 68,-- bis 72,-- €/Fm ab Wald.
Für L 2a (Mittendurch-messer 20 – 24 cm o.R.) liegen die aktuellen Preisnennungen bei etwa 61,-- bis 65,-- €/Fm, L 1b (Mittendurchmesser 15 – 19 cm o.R.) kommt auf 54,-- bis 58,-- €/FM, jeweils ab Wald. Die Laufzeiten der Verträge reichen in der Regel bis zum Ende des Jahres. Die Preise für Sägeabschnitte sind denen des Stammholzes lang nahezu identisch.
Letzte Nachrichten über verschlechterte Absatzmöglichkeiten auf den in- und ausländischen Holzmärkten und damit verbunden über Preisrückgänge auf den Schnittholzmärkten führen dazu, dass Abnehmer die Einkaufspreise für Fichtenabschnitte in neuen Verträgen wieder senken wollen.
 
Bei aktuellen Anschlussverträgen über die Lieferung von Kiefernstammholz und –abschnitten wurden die Preise gegenüber dem Vorquartal ebenfalls angehoben.
In einigen Bundeslängern gelten allerdings auch noch Altverträge mit Laufzeiten bis Jahresende (Neuverhandlungen stehen noch an). Die neuen Preise für Kiefernabschnitte in B/C-Mischqualität liegen in der Stärkeklasse 1b bei etwa 40,-- bis 44,-- €/Fm, 2a kommt auf rund 43,-- bis 47,-- €/Fm und 2b+ auf 48,-- bis 53,-- €/FM jeweils ab Wald.

Für Kiefernstammholz in B-Qualität (Bauholzqualität) werden aktuell Preise in der Stärkeklasse 2b von 52,-- bis 58,-- €/Fm genannt, stärkeres Kiefernstammholz für den Export liegt pauschal bei rund 60,-- €/Fm ab Wald.
Für die Palettenabschnitte in der Länge 2,40 m liegen die Preise aktuell zwischen 24,50 und 26,-- €/RM.
 

In bereits geschlossenen Verträgen über kleinere Lieferungen wurden nach Auskunft der beteiligten Vertragspartner in Abhängigkeit des Sortiments stabile (z.B. bei C-Buche) bzw. etwas niedrigere Preise gegenüber dem Vorjahr vereinbart.

Bei Eiche wird mit einer sinkenden Nachfrage gerechnet, so dass auch hier als Empfehlung für den Waldbesitz gilt, sich marktkonform zu verhalten.
Für die anstehenden Meistgebotstermine sollten daher auch nur qualitativ hochwertige Lose und Stämme eingeplant werden.

Dies gilt auch für die Edellaubhölzer. Wegen des Eschensterbens gibt es große Angebotsmengen aus Sanitärhieben, vor allem aus nördlichen Landesteilen der neuen Bundesländer.
Nach Aussage von Marktteilnehmern der Laubholzindustrie liegt helles Holz augenblicklich nicht im Trend, so dass auch bei Ahorn nur ausgesuchte Ware gefragt ist. Äußerste Zurückhaltung ist bei Erle und Kirsche angeboten, während Nussbaum eher gesucht wird.

Die Versorgungslage der Abnehmer von Industrieholz ist deutlich angespannt. Das Angebot ist weiterhin niedrig, da neben dem fehlenden Sägerestholzangebot aufgrund von Produktionsrücknahmen auf Seiten der Sägeindustrie auch insbesondere der Privatwald die Einschlagstätigkeit wegen wenig auskömmlicher Preise deutlich zurückgenommen hat.
In letzten Verhandlungen konnten allerdings Preisanhebungen bis zu 20 % umgesetzt werden. Die Laufzeiten der Verträge gelten in der Regel bis zum Jahresende. Mit dem neuen Preisniveau wird auch eine Mengenbelebung erwartet.
Beim Kiefernindustrieholz ist der Raummeter in OSB-Qualität (langfaserige hochwertigere Platte)  mit Preisen bis zu 22,50 €/RM bewertet. Für mittlere Qualitäten wie im MDF-Bereich (mitteldichte Faserplatte) werden Preise zwischen 18,50 und 20,-- €/RM gehandelt.
Für Fichtenindustrieholz werden Preise in FK-Qualität bis zu 19 €/Rm und in N-Qualitäten bis zu 22 €/Rm gezahlt.
Der Festmeter Buchenindustrieholz erzielt zwischen 37,-- und 40,00 €/Festmeter ab Waldstraße.
 
Der Nachfrage nach Brennholz sollte zur Entlastung des Industrieholzmarktes unbedingt nachgekommen werden. Im Zuge des zu erwartenden geringeren Laubstammholz-Einschlages akzeptieren Brennholzkunden zunehmend auch Nadelholz.

Für das vierte Quartal 2009 ist mit einer klaren Belebung des Holzmarktes insbesondere beim Nadelholz zu rechnen. Unsicherheiten in der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung erschweren allerdings eine zuverlässige Prognose zum Marktgeschehen im Jahr 2010.
Wenn auch ein kräftiges Anspringen des Wirtschaftswachstums gegenwärtig nicht in Sicht ist und die Preise sich folglich nur zaghaft erholen können, gibt es doch insgesamt wieder Licht am Ende des Tunnels.  
LWK Niedersachsen


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