Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Resolution fand der erste Nasslager-Gipfel am 19. Oktober seinen Abschluss. Die Resolution beinhaltet vor allem ein Bekenntnis zu den Nasslagern als "probates Instrument", um die Herausforderungen des Klimawandels – vom Windwurf bis zum Borkenkäfer – erfolgreich zu bewältigen.
Veranstaltet von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) hatte der Nasslager-Gipfel vor allem ein Ziel, das ÖBf-Vorstandssprecher Georg Erlacher so umreißt: „In den vergangenen Jahren waren wir in Sachen Nasslager Getriebene – wir mussten auf die Schadereignisse reagieren. Heute können wir uns diesem Thema systematisch und in aller gebotenen Ruhe widmen, Erfahrungen austauschen und Schlüsse für die Zukunft ziehen.“
Gleich drei thematische Schwerpunkte wurden im Zuge des Gipfels, zu dem Vertreter der Branche – von Forst bis Säge, von Frächter bis Forschung – geladen waren, gesetzt: die Verbesserung von Lagerung und Logistik, die behördliche Durchsetzbarkeit und die wissenschaftliche Erforschung neuer Wege. „Das zentrale Ergebnis des Nasslager-Gipfels ist das Bekenntnis zum Nasslager als gemeinsames Instrument, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen“ zog Erlacher sein Resümee des Gipfels.
„Für die gesamte Wertschöpfungskette ist es wichtig, dass wir in Sachen Holzfluss an einem Strang ziehen. Nasslager können dazu beitragen, besondere Situationen am Holzmarkt auszugleichen – das nützt allen Marktpartnern. Der Nasslager-Gipfel war ein wichtiges Signal für die gesamte Branche. Jetzt geht es darum, einfache und klare Handlungsanleitungen zu erstellen, eine Vereinfachung der Behördenverfahren zu erreichen und um Investitionen in eine solide Grundlagenforschung. Hier könnte auch ein Versuchslager für Laubholz eine wertvolle Bereicherung darstellen“, betonte Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.
„Wir benötigen für den Katastrophenfall sofort anfahrbare Nasslager im Ausmaß von 1,5 bis 2 Mio. fm, das sind 10% des Rundholzeinschnitts in Österreich “, forderte FHP-Vorsitzender DI Hans Michael Offner. Der österreichischen Sägeindustrie sollen diese Lagerflächen auch als Pufferlager zur Verfügung stehen. Solche Lager sollen vorzugsweise in der Nähe von Großverbrauchern liegen damit der Transport von Rundholz ohne Schwierigkeiten erfolgen kann. Bundesminister Pröll hatte als Landwirtschaftsminister bereits einen Leitfaden für die wasserrechtliche Bewilligung von Nasslagern herausgegeben. "Dieser Leitfaden zur Bewilligung von Nasslagern soll Österreichweit umgesetzt werden", appellierte Offner.
Die Resolution im Wortlaut:
Resolution anlässlich des Nasslagergipfels am 19. Oktober 2009
1. In den vergangenen Jahren hat der Klimawandel zu einem verstärkten Auftreten von Windwürfen und damit einhergehend einem erhöhten Borkenkäferbefall geführt. Dadurch ist die Forst- und Holzbranche mit einer besonders großen Herausforderung konfrontiert: Durch die Natur erzwungene Nutzungen stehen an der Tagesordnung und der Borkenkäfer dringt in bisher unberührte Lagen vor. Damit ist ein stark schwankender Holzanfall verbunden.
2. Die Nasslager haben sich als das probate Instrument erwiesen, um diese Heraus-forderungen besser bewältigen zu können. Sie sind Pufferspeicher bei zu großen Mengen und "Eiserne Reserve" in Mangelzeiten. Gerade die Erfahrungen der Jahre 2007, 2008 und 2009 haben es bewiesen: Sowohl die größte Anzahl von Windwürfen in einem so kurzen Zeitraum als auch das massive Auftreten des Borkenkäfers konnten erfolgreich gemeistert werden.
3. Wir wollen Nasslager gemeinsam zur Mengen-Dosierung zum Vorteil aller Marktpartner nutzen. Wir sind überzeugt, dass dadurch die gesamte Wertschöpfungskette profitieren kann und bekennen uns zu dieser Zielsetzung.
4. Deshalb arbeiten wir gemeinsam an der Verbesserung des Instruments "Nasslager". Drei Schwerpunkte im Zeichen dieser Optimierung sehen wir:
- Aufgrund der gemeinsamen Erfahrungen soll es in Sachen Lagerung und Logistik eine permanente Feinabstimmung geben.
- Zur breiten Akzeptanz der Nasslager sowohl bei den politischen Entscheidungsträgern als auch den Behörden wie auch in der breiten Öffentlichkeit bedarf es gemeinsamer Anstrengungen in Sachen Aufklärung, PR und Lobbying. Eine verbesserte Koordination der Bewilligungsverfahren durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) wird angestrebt.
- Zur wissenschaftlichen Fundierung und zur Erforschung neuer Wege soll es gemeinsame Beauftragungen von Studien, Untersuchungen und Forschungsaufträgen geben.
ÖBf