Zum 50. Mal hat das 4-Länder-Treffen am vergangenen Wochenende in Straßburg-Ostwald stattgefunden. Seither treffen sich die Vertreter der Sägeindustrie der vier Rhein- Anrainer- Länder Elsass, Baden-Württemberg, Schweiz und Vorarlberg um sich über die wirtschaftliche Entwicklung auszutauschen. Zudem haben die Vertreter der Sägeindustrie aus Bayern, Tirol, des Fachverbandes aus Wien und Vertreter der EOS aus Brüssel teilgenommen. Die Laudatio anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums hat der ehemalige französische Verkehrsminister und Vizepräsident der französischen Nationalversammlung Daniel Hoeffel gehalten. Dabei ist er auf die Entstehungsgeschichte dieses Treffens als Folge der verlangten Reparationszahlungen von Holz aus dem Schwarzwald nach dem 2. Weltkrieg eingegangen und die daraus folgenden grenzüberschreitenden Kontakte. Die amtierenden Repräsentanten mit Réne Maechler (Elsass), Wilhelm Schilling (Baden-Württemberg), Armin Brühwiler (Schweiz) und Anton Amann (Vorarlberg), gemeinsam mit den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ließen es sich nicht nehmen dieses Jubiläum zu würdigen.
Vorherrschendes Thema war jedoch die anhaltende Krise, die den Betrieben schwer zu schaffen macht. Vielleicht sei die Finanzkrise überwunden aber die echte wirtschaftliche Krise gäbe es immer noch und werde die Betriebe noch geraume Zeit beschäftigen, da waren sich die Vertreter aller beteiligten Länder einig. Nach den extrem problematischen ersten Monaten des Jahres zeigte sich die Lage im Sommer verbessert. Wie instabil die Entwicklung aber ist zeigt die Nachfragedelle nach dem Sommer und viele Betriebe blicken auch skeptisch auf den kommenden Winter. Umsatz, Ertrag und Liquidität der Betriebe stehen im Fokus und müssen stabilisiert werden. Um die Rentabilität zu halten sind Preissteigerungen beim Schnittholz unumgänglich. Zwar sind sich die Säger bewusst, dass die Märkte schwierig und teils instabil sind, hier und da auch Impulse vermisst werden, es führe aber kein Weg daran vorbei die Schnittholzpreise schrittweise nach oben zu entwickeln. Und bei den baunahen Sortimenten wie auch in der Verpackung ist mit Blick auf den kommenden Winter Preisstabilität die Notwendigkeit schlechthin.
Die Nadelschnittholz-Produktionen sind stärker zurückgegangen als der Bedarf. Das wird als richtiger Schritt begrüßt. Hier gelte es auf dem reduzierten Niveau einen Ausgleich zu erzielen im Sinne von: Weniger ist Mehr. Deshalb der Apell an die mitteleuropäische Sägeindustrie, nur bedarfsorientiert zu produzieren und entsprechend zu disponieren. Entwicklungen der letzten 3 Wochen zeigen, dass mancherorts die Erwartungen an die Stabilität der Märkte schon wieder zu hoch waren. Mit Blick auf den Rundholzmarkt waren sich die anwesenden Säger einig, dass die Rundholzpreise zwar peu á peu zu entwickeln sind, es aber angesichts der derzeitigen Krisensituation enge Grenzen gebe. Aus Baden-Württemberg, Bayern, Schweiz, Österreich und Frankreich wurde über anstehende und teils schon gelaufene Rundholzgespräche berichtet, bei denen hart um den richtigen Preis verhandelt werde. Der Waldbesitz wurde aufgefordert, mehr Holz bereitzustellen und seine Einschlagszurückhaltung abzulegen. An den Forst wurde appelliert, Vernunft walten zu lassen und die Rundholzpreise eng an den Möglichkeiten der Schnittholzmärkte auszurichten da sonst die Preisschere auseinanderklafft und die Rentabilität der Betriebe weiter kippt. Angesichts der Gefahr von im November/Dezember nachlassender (Bau-)Konjunktur wären überhöhte Rundholzpreise nicht zu verkraften. An die Adresse der Sägeindustrie ging deshalb der Aufruf am Rundholzmarkt Ruhe zu bewahren und bei neuen Verträgen Preisspitzen zu vermeiden. Nur dann besteht die Möglichkeit, mit einer halbwegs vertretbaren Bilanz durch das Jahr zu kommen. Ziel von Forst und Säge sollte künftig sein, mehr Kontinuität in der Preisentwicklung zu erzielen, da die Preissprünge welche die letzten Jahre geprägt haben, wirtschaftlich schaden und eine vernünftige Planung vereiteln.
Auch angesichts des Bioenergiebooms werden höhere Preise für Sägespäne und Hackschnitzel erwartet. Man geht schon für den bevorstehenden Herbst von Erhöhungen aus, damit werde den veränderten Märkten Rechnung getragen.
Bei den Laubholzbetrieben in Mitteleuropa lässt die dringend notwendige Geschäftsbelebung auf sich warten. Die Geschäftslage auf den Teilmärkten in Mitteleuropa, Asien und Amerika ist geprägt von Problemen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Firmenumsätze und Ergebnisse. Davon betroffen sind die Hauptholzarten Buche und Eiche, aber auch Ahorn und Esche laufen zur Zeit auf Sparflamme. Die geschrumpften Märkte und vollen Lager erfordern Fingerspitzengefühl, auch auf Seiten des Waldbesitzes. Eine enge Abstimmung zwischen Forst und Holz bei der Rundholzbereitstellung ist wichtiger denn je. Mittelfristig sieht die mitteleuropäische Laubholzindustrie Chancen, Tropenhölzer ersetzen zu können, auch im steigenden Bewusstsein des "Gesünder wohnen in Holz" und der positiven Rohstoffbilanz sieht man Chancen, wenn erfolgreich durch die jetzige Krise manövriert wird.
Die EOS berichtete über die Tätigkeiten der Interessenvertretung in Brüssel. Zur Sprache kam die dringend notwendige Anerkennung von Holzprodukten als CO2 Speicher was im nächsten Klimaabkommen dringend angestrebt wird. Weiter wichtig ist die wirksame Verhinderung von illegalem Holzeinschlag, allerdings ohne Bürokratie bei der Holzindustrie zu erzeugen und auch die aktuelle Situation bei der CE-Kennzeichnung und Normung kam zur Sprache.
VHS