Die Branchenvertreter der Schweizer Holzwirtschaft haben bei einer Sitzung der Interessengemeinschaft Industrieholz vom 25. August 2009 die Marktentwicklung dargestellt.
Die Sägeindustrie hat im letzten Jahr wegen den hohen Preisen nur zurückhaltend Rundholz eingekauft. Im April und Mai wurde dann Holz in grossen Mengen übernommen. Die Preise liegen momentan im Bereich der Frühjahrslieferungen. Der Verkauf von Schnittholz wird im Winter vor allem bedingt durch die saisonal sinkende Nachfrage im Bau und die anhaltend tiefe Nachfrage von Holzverpackungen schwierig werden. Der Konkurrenzdruck ist wegen Überkapazitäten im europäischen Ausland sehr hoch. Bei der Holzverarbeitung gibt es zwei Problembereiche:
- Für Laubholz, insbesondere Buche, fehlt es an Verarbeitungskapazitäten für eine sinnvolle Wertschöpfung.
- Beim starken Nadelholz ab 50 cm Durchmesser sind guten Qualitäten (A und B) gesucht, die schlechten jedoch nur beschränkt absetzbar.
Der Holzhandel verläuft je nach Sparte unterschiedlich. In der ersten Jahreshälfte wurde unterschiedlich, jedoch eher verhalten Holz bereit gestellt. Die Waldbesitzer hofften, sich damit höhere Preise erzielen zu können. Die Papierindustrie hat Ihre bestellten Mengen zum Teil gekürzt. Die Spanplattenindustrie hat sich vom „Winterloch“ sehr schnell erholt und ist auf hohem Niveau aufnahmefähig. Das Sortiment Industrieholz hat in den letzten Monaten eine Preiserhöhung erfahren.
Das Sägerundholz ist gefragt. Die Preisverhandlungen sind erfreulich. Größere Lieferverträge konnten schon im August abgeschlossen werden: Der Holzhandel steht vor einem positiven halben Jahr.
Für die Plattenindustrie meldete die Pavatex Ag einen stark ansteigenden Verkauf im März, der vor allem dem Export zu verdanken sei. Die Produktionskapazität soll in nächster Zeit um 10 % erweitert werden.
Aus der Papierindustrie wird von starken Absatzeinbrüchen berichtet, die zu zeitweiliger Stillegung der Produktion geführt haben. Für die zweite Jahreshälfte wird nur mit einer leichten Besserung gerechnet.
Bei den Forstunternehmungen besteht im Gebirge wegen Schneebruchholz eine gute Auslastung. Normale Nutzungen werden ansonsten häufig herausgezögert bis sich höhere Preise durchsetzen lassen. Die Maschinen der Forstunternehmungen sind im Sommer teilweise drei bis vier Monate still gestanden und es konnte keine ausreichende Auslastung erzielt werden. Zwar laufen die Nutzungen wieder an, falls die Holzpreise unter denen vom Frühjahr liegen sollten, werden aber die Nutzungen nur schleppend vorangehen.
Für die Waldwirtschaft insgesamt ist vorsichtiger Optimismus angesagt. Die Schweiz wurde konjunkturell stark durch Exporteinbrüche getroffen. Im Binnenmarkt hat sich der Absatzrückgang mit Verzögerung abgezeichnet. Der Einbruch wurde dadurch etwas gedämpft. Umgekehrt wird sich auch die Erholung verzögert abspielen. Die Waldbesitzer, insbesondere die Privatwaldbesitzer sind momentan nur beschränkt bereit, Holz einzuschlagen.
Die momentanen Anzeichen in der Wald- und Holzwirtschaft sind durchaus positiv. Der Haus- und Wohnungsbau laufen nach wie vor gut. Die Preise für Holzprodukte und Rundholz haben leicht angezogen. Sogar österreichische Sägewerke kaufen wieder verstärkt in der Schweiz Rundholz ein. Der Holzbedarf im Inland wird unterschiedlich beurteilt. Ein Teil der Sägewerke braucht laufend Frischholz, andere haben teilweise noch hohe Vorräte. Laubholz guter Qualität wird nachgefragt. Die Marktbeurteilung bei Buche ist jedoch schwierig. Die Papierindustrie benötigt voraussichtlich etwas weniger Schleifholz als 2008. Die Vorjahre waren allerdings geprägt durch rekordhafte Produktionsmengen. Beim Energieholz bewirken die zusätzlichen Heizkraftwerke eine deutlich steigende Nachfrage.
riegger marktinfo